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  Der Begriff Trauma beschreibt in seiner ursprünglichen Bedeutung ein schlimmes, in der Regel körperlich und / oder seelisch lebensbedrohliches Ereignis, für das der Betroffene keine Möglichkeit des Umgangs hat. Ein Trauma ist nicht gleichzusetzen mit intensiven negativ erlebten Gefühlen von Ärger, Trauer oder Schmerz.
Ein Trauma ist eine außergewöhnliche Erfahrung, die das Informationsverarbeitungssystem des Menschen überflutet, vor dem er weder fliehen noch dagegen ankämpfen kann. Die traumatische Situation ist durch überflutende Angst, Vernichtungsgefühle, Ausgeliefertsein und Ohnmacht gekennzeichnet. Die allen Lebewesen normalerweise zur Verfügung stehenden Reaktionsmöglichkeiten - Kampf oder Flucht - sind blockiert. Nach dem Trauma ist nichts mehr wie es war. Es kommt zu einem Bruch in der Lebensgeschichte.

Traumatische Ereignisse wie z.B. Unfälle, Katastrophen, sexueller Missbrauch, Gewalt oder Tod lösen Gefühle von Hilflosigkeit, Schock und Lebensbedrohung aus. Auch wenn das Ereignis selbst vorbei ist, leiden viele Betroffene danach unter mannigfaltigen Folgestörungen, die sie selbst und ihren Alltag oft stark beeinträchtigen und einschränken.

In der Traumaberatung ist jeder Beratungsprozess sicherlich so individuell wie die jeweilige Traumageschichte und Persönlichkeit des Betroffenen - eine Schwerpunktbildung liegt jedoch in den folgenden Bereichen:

Vertrauen
Der Aufbau eines vertrauensvollen Beratungsverhältnisses ist die Grundlage einer erfolgreichen Traumaarbeit.
„Es tut einfach gut, mit all dem inneren und äußeren Chaos nicht mehr alleine zu sein! Da ist jemand, der mir immer wieder bestätigt: Was und wie ich fühle, denke und mich verhalte sind völlig „normale“ Reaktionen nach über alle Maßen „unnormalen“ traumatischen Lebenserfahrungen“, so die Aussage einer Betroffenen.

Orientierung
Nach einem Trauma ist vieles nicht mehr wie es war. Deshalb kommt dem Bereich der Psychoedukation eine besondere Bedeutung zu. Hierzu gehört die Vermittlung traumaphysiologischer und -psychologischer Zusammenhänge, die dem Betroffenen helfen können, das erlebte Trauma, sich selbst und die eigenen Körperreaktionen besser zu verstehen.

Stabilisierung
Wenn ein Trauma dazu geführt hat, dass der Betroffene seinen Alltag und seine Alltagsaufgaben nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt bewältigen kann, dann ist Stabilisierung das vorrangige Ziel in der Traumaarbeit. Hier geht es darum, dass der Betroffene wieder Kontrolle über sich und über seine emotionalen und körperlichen Reaktionen erlangt. Ressourcenarbeit oder klassische Stabilisierungsübungen sind hier wichtige Bausteine, die dem Betroffenen helfen, die eigene Handlungsfähigkeit wieder zu gewinnen.